Direkt zum Hauptbereich

Steuervorteile mit Krankheitskosten: Sparfüchse sparen keine Steuern



 Wer Krankheitskosten nicht bei seiner Versicherung geltend macht, um sich eine Beitragsrückzahlung zu sichern, kann die Kosten jedoch nicht steuerlich geltend machen. Ein entsprechendes Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz (AZ: 2 V 1883/11) findet sich auf www.optimal-absichern.de.

 Krankheitskosten müssen wirtschaftlich belasten

Das Gericht war der Meinung, dass Kosten nur dann eine außergewöhnliche Belastung darstellen könnten, wenn der Steuerpflichtige dadurch wirtschaftlich belastet sei. Das ist jedoch nicht der Fall, wenn dem Steuerzahler  Erstattungszahlungen zufließen würden. Außerdem sind die Kosten auch nicht als zwangsläufig anzusehen, wenn der Steuerzahler gegenüber der Krankenversicherung auf eine Steuererstattung verzichtet und stattdessen die Allgemeinheit an den Kosten beteiligen will.

Neuregelung der Krankheitskosten nicht ohne Tücken

Aber auch bei anderen Fragen rund um die steuerliche Absetzbarkeit gibt es Streit zwischen Steuerzahlern und der Finanzverwaltung. Ein Problemfall sind die Arbeitgeberzuschüsse. Denn die werden nach gängiger Praxis voll angerechnet, obwohl die Prämien bei Privatversicherten nur bis zur Höhe der Basisabsicherung – meist ca. 80 % der Prämie - anerkannt werden. Findige Steuerzahler lassen sich deshalb vom Arbeitgeber bestätigen, dass der Zuschuss sich auch auf die nicht absetzbaren Wahlleistungen erstreckt. Allerdings bezieht sich der Zuschuss des Arbeitgebers immer auf die gesamten Prämien und mindert deshalb den steuerlich absetzbaren Betrag voll, sagt die Oberfinanzdirektion Koblenz (Verfügung S 2221 A - St 32 3). Das gilt unabhängig davon, ob und in welchem Umfang der Arbeitnehmer auch Wahlleistungen abgesichert hat und ob der Arbeitgeber gerade diese Extraleistungen subventionieren wollte. Diese Frage wird in absehbarer Zeit sicherlich vom Bundesfinanzhof geklärt werden, sodass betroffene Steuerzahler dann auf den Zug aufspringen können.

Hintergrund: Die steuerliche Absetzbarkeit von Versicherungsbeiträgen

Zum Steuerjahr 2010 hat der Gesetzgeber die Absetzbarkeit von Krankenversicherungsbeiträgen neu geregelt. Absetzbar sind seitdem alle Krankenversicherungsbeiträge, soweit sie eine Basisabsicherung auf dem Niveau der gesetzlichen Kassen absichern – und zwar nach oben unbegrenzt. Gleichzeitig sind weitere Versicherungen aber nur noch in wenigen Fällen absetzbar: Nur wenn der Krankenschutz weniger als 1.900 bzw. 2.800 Euro (ledige/ Verheiratete) im Jahr kostet, dürfen Steuerzahler ihre Versicherungsbeiträge bis zu den genannten Summen „auffüllen“. Wer also als Lediger 1.200 Euro im Jahr für den Basiskrankenschutz zahlt, kann weitere 700 Euro bis zum Höchstbetrag von 1.900 Euro absetzen. Wer 3.600 Euro im Jahr zahlt, kann keine weiteren Versicherungskosten steuerlich absetzen. 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

BU-Beiträge der WWK gegen durch die Decke - und nun?

Was für ein Schock für die WWK-Kunden in den Tagen vor Weihnachten: Um rund 30 % stiegen die Nettobeiträge für die BU- und Risikoleben-Policen an: Im Schnitt werden so 20, 30 Euro mehr im Monat für die Arbeitskraftsicherung vom Konti abgebucht. Abzocke der Kunden also?

Nein, leider das gute Recht der WWK. Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen werden im Normalfall mit einer Brutto-Prämie kalkuiert, die dann um erwartete Überschüsse auf den Netto-Beitrag (auch bekannt als Zahhlbeitrag) rediziert werden. Fallen die Überschüsse aber geringer aus als erwartet, steigen die Zahnbeiträge und Sie müssen mehr für Ihren Schutz berappen.

Günstige Schaufenster-Konditionen? Die WWK hat immer mit hohen Überschüssen kalkuliert, lange ging die Rechnung auch auf, allerdings wurden die Beiträge für manche Berufsgruppen bereits 2016 deutlich erhöht. Jetzt folgen auch die restlichen Berufsgruppen, sodass alle höhere Beiträge zahlen müssen. Im Raum steht natürlich der Vowurf, die WWK hätte mit beson…

Neukundenakquise 2.0: Frische Ideen für Ihr Geschäft

Sie sind auf der Suche nach neuen Kunden? Gerade im Bereich Gewerbeversicherungen haben Sie ja immer noch – anders als im Privatkundengeschäft - die Möglichkeit zur Kaltakquise. Und mit den folgenden, frischen Ideen sind Sie garantiert erfolgreich.

Nur einen Steinwurf entfernt Eine schöne Idee: Photografieren Sie Unternehmen in Ihrer Nähe, die Sie gerne besuchen würden. Dazu machen Sie in Photo von Ihnen oder Ihrem Firmensitz. Besorgen Sie eine schöne Schachtel und einen Stein und schreiben Sie auf die Oberseite der Schachtel: Ein guter Versicherungsschutz ist nur einen Steinwurf entfernt. Dazu legen Sie einen Flyer, auf dem auf der einen Seite die beiden Fotos von Ihrem und dem anderen Unternehmen abgebildet sind. Entweder verbunden durch eine Linie oder auf einem Stadtplan als Hintergrund, der die Lage zeigt. Auf der Rückseite des Flyers stellen Sie kurz Ihre Dienstleistungen und Ihr Angebot vor und bitten um Terminvereinbarung.

Lass Blumen sprechen Schicken Sie einen großen…

Mehr Erfolg mit einer Makler-Website

Auf einen Internetauftritt können die meisten Makler heute nicht mehr verzichten – wirtschaftlich erfolgreich sind damit jedoch die wenigsten, viele sehen den Web-Auftritt als „lästige Pflicht“ und bestenfalls als Visitenkarte. Dabei kann der Webauftritt Ihr Geschäft unterstützen – und bei nicht wenigen Kollegen stützt die Seite das Geschäft bereits.

Die Vorteile einer erfolgreichen Website liegen auf der Hand: Die Kunden kommen zu Ihnen – automatisch. Sie sparen sich den Kauf von Interessenten über Leads, das Werbebudget für Anzeigen oder Brancheneinträge wird entlastet. Aber worauf gilt es zu achten? Ich habe hier einmal 6 Tipps für Sie zusammengestellt.

1. Vorsicht, fertige Homepage aus dem Baukasten  Sie haben noch keine Homepage? Wenn Sie sich auf die Suche nach einer Lösung machen, springen die Angebote für fertige Homepages Sie an – und das oft für wenige Euro im Monat. Aber selbst das ist noch zu teuer. 0815-Homepages gibt es wie Sand am Meer. Kein User hat Lust, auf einer We…