Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom Dezember, 2012 angezeigt.

Berufsunfähigkeitsversicherung und Risikovoranfrage: Was ist das?

Risikovoranfrage – dieser Begriff taucht rund um das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung immer wieder auf. Aber was genau ist darunter zu verstehen und welche Relevanz hat eine solche Risikovoranfrage in der Praxis?

Zum Hintergrund: wenn Sie einen Antrag auf Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung stellen, dann kommt der Beantwortung der Gesundheitsfragen entscheidende Bedeutung zu. Denn leiden Sie unter chronischen Erkrankungen oder bringen bereits schwerwiegende Vorerkrankungen mit, dann besteht die Gefahr, dass die Versicherung Ihren Antrag auf Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ablehnt oder ihn unter Auflagen zum Beispiel eine Risikoausschluss oder eine Prämienzuschlag annimmt.

„Teufelskreis“ Ablehnung

Hat aber eine Berufsunfähigkeitsversicherung Sie einmal abgelehnt oder wollte sie nur unter Auflagen annehmen, müssen Sie diesen Umstand bei jedem weiteren Antrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung angeben. Außerdem werden die erklärten Vorerkrankungen sowie…

Erwerbsminderung ist nicht gleich Berufsunfähigkeit

Wer von der gesetzlichen Rentenversicherung eine Rente wegen Erwerbsminderung bekommt, weil er wegen einer zu hohen Herzfrequenz nicht mehr arbeiten kann, ist nicht automatisch berufsunfähig und bekommt eine entsprechende Rente von seiner privaten Versicherung. Das geht aus einer Entscheidung des Landgerichts Bielefeld (AZ: 1 O 115/07) hervor. Nach einem Gutachten war es dem Versicherten nämlich möglich, durch Einnahme von Medikamenten sowie ein leichtes Ausdauertraining sehr wohl wieder "berufsfähig" zu werden. In einem solchen Fall muss eine private Berufsunfähigkeitsversicherung aber nicht zahlen.

Privater Schutz meist stärker Diese Einzelfallentscheidung steht im krassen Widerspruch zu den meisten Entscheidungen rund um das Thema Berufsunfähigkeit. Denn der Schutz der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung geht vor allem bei jüngeren Menschen oft deutlich weiter als der reine Erwerbsunfähigkeitsschutz der gesetzlichen Rentenversicherung: Die muss erst zahlen, wenn d…

Berufsunfähigkeitsversicherung: Erst Gutachten, dann Geld

Die vereinbarte Rente muss eine Berufsunfähigkeitsversicherung erst dann zahlen, wenn das vom Versicherer in Auftrag gegebene fachärztliche Gutachten vorliegt, auf dessen Basis über das Vorliegen einer Berufsunfähigkeit entschieden wird. Das hat das Landgericht Bremen (AZ: 6 O 1038/10) entschieden. In dem Fall war das Gutachten besonders wichtig, weil es über die ärztlichen Einschätzungen hinaus eine Feststellung treffen sollte, wie sich die krankheitsbedingten Funktionseinschränkungen in der konkreten Berufsausübung auswirken. In einem solchen Fall ist es zulässig, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung das Gutachten abwartet.

Obliegenheiten beachten
Das Urteil zeigt, dass Versicherte sich an die Regeln halten müssen, die der Vertrag aufstellt, wenn sie Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung haben wollen. Die Verträge regeln eine Vielzahl von sogenannten Obliegenheiten, die dem Versicherten aufgebürdet werdne - und bei deren Nichtbeachtung die Berufsunfähigkeitsversicherunge…

Restschuldversicherung muss bei Berufsunfähigkeit nicht zahlen

Wer eine Restschuldversicherung für ein Darlehen abschließt, bekommt keine Leistungen, wenn er unbefristet arbeits- und damit berufsunfähig wird. Das hat das Landgericht Rostock (AZ: 10 O 113/10) entschieden. Der Versicherungsschutz wird nach Meinung des Gerichts auch nicht unzulässig begrenzt, da bei Arbeitsunfähigkeit uneingeschränkt gezahlt wird. Zudem verwies das Gericht darauf, dass Berufsunfähigkeit in aller Regel nicht am 1. Tag der Arbeitsunfähigkeit festgestellt wird, die Restschuldversicherung also bei einer Arbeitsunfähigkeit vor Eintritt einer Berufsunfähigkeit durchaus zahlen muss.

Berufsunfähigkeit kein Fall für die Restschuldversicherung
Wer eine Restschuldversicherung für ein Darlehen abschließt, bekommt keine Leistungen im Falle einer Berufsunfähigkeit. Das hat das Landgericht Saarbrücken (AZ: 12 O 197/10) in einem anderen Fall ähnlich entschieden. Sieht eine Restschuldversicherung für den Fall der Arbeitsunfähigkeit vor, dass bei Berufsunfähigkeit keine Leistungen flie…