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Begehrlichkeiten ...


Einen Artikel habe ich gerade im Handelsblatt entdeckt, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Da geht es um die Altersrückstellungen in der PKV, die Begehrlichkeiten wecken (sollen). Angeblich. Ich habe lange gesucht, die vermeintlich Begehrenden aber nicht gefunden. Aber egal. Solche Artikel irritieren mich nicht nur wegen der fehlenden Begehrer. Sondern vor allem wegen der fehlende Realitätsnähe!

Kann der Kunde wirklich wechseln, wenn er kann? 

Denn so schön das Hin- und Hergeschiebe der Verantwortlichkeiten und Ideen zum Thema zwischen den Parteien, Interessenverbänden und Versicherern sich auch liest: Am Ende sind es alles nur Scheingefechte. Denn zur Mitnahme der Rückstellungen bedarf es eines Kunden, der wirklich wechseln will - und kann.  Und da fängt die Realität an, die es nicht bis in die Redaktionsstuben des Handeslblattes schafft. Wer bereits eine Rückstellung aufgebaut hat, die wirklich begehrenswert sein könnte, dürfte in aller Regel weit jenseits der 30 sein - vielleicht sogar schon in den 40-ern.

Und dann die PKV wechseln?  MIt allen Vorerkrankungen, die ein Kunden in 9 von 10 Fällen hat. Mit allen Waretezeiten und Leistungsgrenzen, die wieder von Neuem zu laufen beginnen? Mit einem Gesundheitsfragen-Marathon, dem sich zahllose Fragebögen anschließen. Und dann für einen Wechsel ...? Ja, wohin? In einen leistungsstärkeren Tarif? Der auch deutlich teurer ist - mitgenommene oder nicht mitgenommene Rücklagen hin oder her?

In der Praxis wird das so gut wie nie vorkommen. Und das vor allem auch, weil es das gesetzlich verbbriefte Recht zum Tarifwechsel innerhalb der eigenen Krankenversicherung gibt.  Diese wirklich sinnvolle Option versuchen die Versicherer leider so vehement wie möglich zu verhindern. Vielelicht wäre das, liebe Handelsblatt-Redaktion, mal ein Thema, das wirklich Begehrlichkeiten bei den Betroffenen weckt ...


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