Direkt zum Hauptbereich

Ein sehr, sehr teures Telefonat!

Wenn Sie während der Arbeitszeit telefonieren, kann das teuer werden. Nein, hier geht es nicht um eine Kündigung, wenn der Arbeitgeber Sie abwatscht. Sie können durch das private Telefonat tatsächlich den Versicherungsschutz verlieren. Das entschied das Landessozialgericht in Darmstadt (AZ: L 3 U 33/11) im Falle eines Lagerarbeiters, der sich – man höre und staune - das Knie verdreht hatte. Er war beim Telefonieren mit seiner Frau aus der Lagerhalle von seinem Arbeitsplatz in einen Nebenraum gegangen und stellte sich dort auf die Laderampe. Dort blieb er nach dem Ende des Telefonats hängen, verdrehte sich das Knie und erlitt einen Kreuzbandriss. Kein Fall für die gesetzliche Unfallversicherung, sagten die Richter. Die Begründung: Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung bestehe nur dann fort, wenn die versicherte Arbeit lediglich geringfügig durch eine private Betätigung unterbrochen wird – darunter sind Tätigkeiten zu verstehen, die man quasi „im Vorbeigehen“ erledigen kann. Wer jedoch für ein privates Telefonat seinen Arbeitsplatz für mehrere Minuten verlässt, verliert den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Auch das Klo ist Privatsache 

Wer jetzt auf den Gedanken kommt, das nächste Telefonat auf dem Klo zu führen, sollte sich nicht zu sicher (und gut abgesichert) fühlen, wie ein Urteil des Bayerischen Landessozialgerichtes (Az.: L 3 U 323/01) zeigt. In dem Fall war eine Arbeitnehmerin von einer Kollegin schwer am Kopf verletzt worden, weil die die Toilettentür schwungvoll öffnet und die Frau voll getroffen hatte. Die Folge: Die Frau erblindete auf einem Auge. Die Richter entschieden: Hier muss die gesetzliche Unfallversicherung ebenfalls nicht einspringen. Lediglich der Gang zur und von der Toilette sind im Betrieb gesetzlich unfallversichert. Was auf der Toilette passiert, ist aber Privatsache, so die Richter und fällt damit nicht in den Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung.

Das Fazit: Die gesetzliche Unfallversicherung hat ihren Sinn udn Paltz. Verlässlicher ist aber eine private Vorsorge ohne Haarspalterei!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

BU-Beiträge der WWK gegen durch die Decke - und nun?

Was für ein Schock für die WWK-Kunden in den Tagen vor Weihnachten: Um rund 30 % stiegen die Nettobeiträge für die BU- und Risikoleben-Policen an: Im Schnitt werden so 20, 30 Euro mehr im Monat für die Arbeitskraftsicherung vom Konti abgebucht. Abzocke der Kunden also?

Nein, leider das gute Recht der WWK. Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherungen werden im Normalfall mit einer Brutto-Prämie kalkuiert, die dann um erwartete Überschüsse auf den Netto-Beitrag (auch bekannt als Zahhlbeitrag) rediziert werden. Fallen die Überschüsse aber geringer aus als erwartet, steigen die Zahnbeiträge und Sie müssen mehr für Ihren Schutz berappen.

Günstige Schaufenster-Konditionen? Die WWK hat immer mit hohen Überschüssen kalkuliert, lange ging die Rechnung auch auf, allerdings wurden die Beiträge für manche Berufsgruppen bereits 2016 deutlich erhöht. Jetzt folgen auch die restlichen Berufsgruppen, sodass alle höhere Beiträge zahlen müssen. Im Raum steht natürlich der Vowurf, die WWK hätte mit beson…

Neukundenakquise 2.0: Frische Ideen für Ihr Geschäft

Sie sind auf der Suche nach neuen Kunden? Gerade im Bereich Gewerbeversicherungen haben Sie ja immer noch – anders als im Privatkundengeschäft - die Möglichkeit zur Kaltakquise. Und mit den folgenden, frischen Ideen sind Sie garantiert erfolgreich.

Nur einen Steinwurf entfernt Eine schöne Idee: Photografieren Sie Unternehmen in Ihrer Nähe, die Sie gerne besuchen würden. Dazu machen Sie in Photo von Ihnen oder Ihrem Firmensitz. Besorgen Sie eine schöne Schachtel und einen Stein und schreiben Sie auf die Oberseite der Schachtel: Ein guter Versicherungsschutz ist nur einen Steinwurf entfernt. Dazu legen Sie einen Flyer, auf dem auf der einen Seite die beiden Fotos von Ihrem und dem anderen Unternehmen abgebildet sind. Entweder verbunden durch eine Linie oder auf einem Stadtplan als Hintergrund, der die Lage zeigt. Auf der Rückseite des Flyers stellen Sie kurz Ihre Dienstleistungen und Ihr Angebot vor und bitten um Terminvereinbarung.

Lass Blumen sprechen Schicken Sie einen großen…

Mehr Erfolg mit einer Makler-Website

Auf einen Internetauftritt können die meisten Makler heute nicht mehr verzichten – wirtschaftlich erfolgreich sind damit jedoch die wenigsten, viele sehen den Web-Auftritt als „lästige Pflicht“ und bestenfalls als Visitenkarte. Dabei kann der Webauftritt Ihr Geschäft unterstützen – und bei nicht wenigen Kollegen stützt die Seite das Geschäft bereits.

Die Vorteile einer erfolgreichen Website liegen auf der Hand: Die Kunden kommen zu Ihnen – automatisch. Sie sparen sich den Kauf von Interessenten über Leads, das Werbebudget für Anzeigen oder Brancheneinträge wird entlastet. Aber worauf gilt es zu achten? Ich habe hier einmal 6 Tipps für Sie zusammengestellt.

1. Vorsicht, fertige Homepage aus dem Baukasten  Sie haben noch keine Homepage? Wenn Sie sich auf die Suche nach einer Lösung machen, springen die Angebote für fertige Homepages Sie an – und das oft für wenige Euro im Monat. Aber selbst das ist noch zu teuer. 0815-Homepages gibt es wie Sand am Meer. Kein User hat Lust, auf einer We…